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springtime

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Matt Cameron ist für Pearl Jam das, was Ron Wood für die Stones ist: der Neue.

Auf "Riot Act", dem aktuellen Album der Band, sorgt der Ex-Soundgarden-Drummer zum zweiten Mal für den wilden Beat. Matts kleiner Sohn aber trauert immer noch Daddys alter Band nach.

kulturnews: Guten Morgen, Matt. Ziemlich früh für ein Interview, stimmt's?
Matt Cameron: Passt schon. Ich stehe jeden Morgen saufrüh auf. Seit ich Kinder habe, ist das Rock'n'Roll-Leben nicht mehr das, was es mal war. Meine Tochter ist knapp drei, mein Sohn viereinhalb. Der wird mal ein kleiner Rocker, das kann man jetzt schon sehen.

kulturnews: Weil er bei Pearl-Jam-Songs mitsingt?
Cameron: Das wäre schön! Pearl Jam gefällt dem Jungen leider nicht. Ich fürchte, er hat Probleme mit Eddies Stimme. Raymond ist mehr ein Soundgarden-Kid, "Black Hole Sun" könnte der den ganzen Tag hören, und Nirvana findet er auch cool. Meine Frau und ich achten sehr darauf, dass der Junge nur anständige Rockmusik zu hören kriegt...

kulturnews: Das ist jetzt dein zweites Album mit Pearl Jam, die als ziemlich schwierig gelten, während deine alte Band Soundgarden freundlicher wirkte. Musstest du dich umstellen?
Cameron: Ach, nö, das Ding war: Soundgarden mussten nett sein. Solche Eskapaden - jahrelang keine Interviews geben und keine Videos machen - hätten wir uns nicht leisten können. Pearl Jam haben vom ersten Album zehn Millionen verkauft, Soundgarden nicht. Also mussten wir mit bekloppten Bands auf Tour gehen und bekloppten Magazinen Interviews geben.

kulturnews: Das Album heißt "Riot Act". Würdest du für Frieden auf die Straße gehen?
Cameron: Auf die Straße gehen: ja. Randalieren: nein. Ich würde rufen und schreien, aber ich würde niemals Sachen kaputtmachen oder andere Menschen gefährden.

kulturnews: Es ist lustig, dass fast alle Alt-Grunger gleichzeitg wieder da sind: Pearl Jam, die Foo Fighters und auch Soundgarden-Sänger Chris Cornell mit seiner neuen Band Audioslave. Fast wie 1992, oder?
Cameron: Tja, sieht .ganz so aus. Ich finde das cool. Wenn der neue Nirvana-Song im Radio läuft, dann können doch immer noch alle anderen Bands einpacken. Mann, was hatten die eine Leidenschaft! Dass die Alben alle parallel erscheinen, ist aber Zufall, wirklich. Aber es kann nicht schaden, wenn wieder mehr Gefühle in die Rockmusik zurückkehren. Manche Bands sind nicht schlecht, aber insgesamt ist der moderne Rocksound sehr sauber, fast klinisch. Wir haben mehr Rotz.

kulturnews: Trotzdem hast du kürzlich mit Chad Kroeger, dem Sänger von Nickelback, den Spider-man-Hit "Hero" aufgenommen - der Miterfinder des Grunge macht gemeinsame Sache mit einem mäßigen Grunge-Kopierer...
Cameron: Ey, Mann, hast ja Recht ... Aber ich bin Musiker. Ab und zu verdiene ich mir ganz gerne was dazu. Ich bin nicht mehr jung, aber ich kann das Geld gebrauchen. Dieser Nickelback-Typ wollte ein paar seiner alten Helden dabeihaben. Er sagt, er habe Soundgarden geliebt. Solch einem Menschen kann man doch keinen Gefallen abschlagen. Meine Pearl-Jam-Kollegen fanden die Aktion allerdings etwas uncool.

kulturnews: Fühlst du dich denn wenigstens wie ein Held des Rock'n'Roll?
Cameron: Blödsinn. Ist aber eine geile Sache, in mehreren Bands zu sein, die andere Musiker beeinflusst haben.

kulturnews: Ihr seid also die Väter von neuen Rockbands wie P.O.D. oder Staind?
Cameron: Sooo alt sind wir auch noch nicht. Ich würde sagen: Wir sind die älteren Brüder. Bisschen älter, bisschen mehr Lebenserfahrung, aber immer noch für jeden Scheiß zuhaben.

kulturnews: Aber du versprichst, dass du nicht als nächstes bei Nickelback anheuerst?
Cameron: Oh, Gott! Ja, versprochen.

kulturnews
12.2002
Steffen Rüth
thx an Thomas