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Salzburg Residenzplatz 2000

Denke ich an den 18.6. zurück so drängt sich vor allem die einzigartige Atmosphäre in meine Erinnerung. Wir kamen gegen Mittag in Salzburg an und gingen langsam Richtung Residenzplatz durch die verwinkelten Gassen dieser ehrwürdigen Stadt. Das Wetter war fantastisch und bald trafen wir mit den BUGS-Leuten (europäischer Fanclub) zusammen. Schon im Vorfeld hatte ich mir viele Gedanken zu diesem Tag gemacht, da ich Salzburg sehr gut kannte und mir irgendwie nicht vorstellen konnte, dass ausgerechnet Pearl Jam auf diesem kleinen Platz inmitten der Stadt spielen würde. Als ich den Platz dann vor mir sah und die Bühne am hinteren Ende, stieg meine Vorfreude ins Unermessliche. Eine skurile Mischung aus jungen Leuten, die sich auf den Gig einstimmten und älteren Zeitgenossen, die eine Stadtbesichtigung tätigten und ungläubig auf die noch leere Bühne blickten, prägte das Bild. Noch war nichts abgezäunt und alles war frei zugänglich.
Im angrenzenden traditionellen Café liessen wir uns dann bei exclusivem Blick auf die Bühne nieder, um uns die Bäuche voll zu schlagen. Der Herr Ober liess unter unserem Grinsen noch einige hoch unerfreute Bemerkungen über Konzerte dieser Art inmitten der Stadt von sich. Als dann die Barrikaden und Zäune von einem naiv-netten Security "Einsatzkommando" aufgestellt wurden, wählte jeder einen der drei Eingänge aus, an denen man auf Einlass wartete.Wie sich eine Stunde später herausstellte, wählte ich genau den richtigen!!! Wir hatten beschlossen, uns nicht mitten in der Sonne einen entsprechenden Stich zu holen und setzten uns an die Seite auf den Boden. Ein "Ähhhh?!" meines Sitznachbarn Alex liess mich aufblicken und beim zweiten Hinsehen erkannte ich IHN. ER ging direkt an uns vorbei. Kein grosses Aufsehen, kein Geschrei. ER genoss es sichtlich, sich frei bewegen zu können, ohne dass kreischende Fans ihn belagerten. Ach so, ER, das war natürlich Eddie Jerome Vedder, Sänger der Band, um die sich hier alles dreht. Ich wusste zwar, dass er nur ca. 1,70 m misst, aber irgendwie konnte ich nie glauben, dass aus einem so kleinen Menschen eine solche Stimme kommen kann. Seit diesem Moment wusste ich also wie klein er wirklich ist. Er liess sich Zeit, suchte den Blickkontakt und reagierte aufmerksam auf kleine Bemerkungen. Auf dem Foto [Anm. vitalogy.de: Photo leider nicht mehr zu bestaunen] sieht man ihn, wie er in Begleitung "Mister Universums" Pete, seines Zeichens Ober-Security-Boss von PJ, wieder geht. Ja ich weiss, neben Pete sieht jeder aus wie ein Zwerg :-) Dann war Einlass und wir fanden uns Sekunden später in den ersten Reihen wieder.
Was ich mir erhoffte wurde erfüllt, Eddie betrat die Bühne, begrüsste alle und gab eine schöne Version von "Throw your arms around me" zum Besten. Dann kündigte er den Support an und eine Band aus Washington DC betrat die Bühne. Zum ersten Mal sah und hörte ich Dismemberment Plan, die mir von Anfang an sympathisch waren und deren unkonventionellen Stil ich sofort mochte (In Berlin und Hamburg freute ich mich deshalb schon sehr auf sie). Dann die Show: "Sometimes" war der Opener (seek my part!!!), der in ein wuchtiges "Grieviance" mündete. Mein erster grosser Jauchzer kam bei den ersten Takten von "State of Love and Trust". "Daughter mündete in ein "Another Brick in the Wall", in das wohl alle einstimmten. Als bis auf Mike und Ed alle die Bühne verliessen, hoffte ich schon, mein Wunsch für diesen Abend sollte Realität werden. Und er wurde es: "Present Tense"!!! Ein Song, der in jeder Live Show auftauchen müsste (aber welcher PJ Song sollte das nicht?) weil er sich entwickelt. Von der Harmonie zwischen Ed und Mike bis hin zum kraftvollen Einsatz der anderen drei. Eine, wie immer, fantastische Power-Version von "Rearviewmirror" und ein treibendes "Go" schlossen das Set ab. In der Zugabe dann endlich deutliche Worte zur politischen Situation in Österreich: Es sei geplant gewesen, dieses Konzert abzusagen, die Band war aber zu dem Entschluss gekommen, dass damit keinem geholfen sein. Ein Doublefuck an die richtige Adresse erntete breite Zustimmung. Im Anschluss daran meine persönlichen Höhepunkte "Even Flow" uns "Betterman". Ich weiss nicht genau warum, aber ich bin im positiven Sinne des Wortes fast ausgetickt (Entschuldigung an meine Stehnachbarn :-)) Und tatsächlich sollte noch eine Überraschung diesen fantastischen Abend abschliessen: "Rockin´ in the free World". Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachdem die Band die Bühne verlassen hatte, kehrte Ed mit einer schönen Geste zurück: Er machte Polaroid-Fotos vom Publikum und wir alle sahen, dass ihm dieser Abend grossen Spass gemacht hat.

- Thomas Welsch (twelsch@gmx.de)