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Pearl Jam im London Astoria, 20.04.2006

Schon im März tauchte irgendwo, irgendwann mal eine Meldung auf, Pearl Jam könnten nach 6 Jahren wieder in Europa auftreten. Nicht im Rahmen einer Tour sondern zur Promotion des neuen Albums. Auch der Ort wurde schon genannt, es sollte das Londoner Astoria werden. Puh, das wär's mal, Pearl Jam in einem kleinen Club zu sehen. Und dann noch mit den neuen Songs im Gepäck. Alles andere war aber unklar, war die Shows nur für Platten- und Pressefuzzis, Gewinner von Preisausschreiben oder hatte man auch als Normalsterblicher wenigstens die Chance, Karten zu kaufen?

Ende März dann endlich Gewissheit, der Gig findet statt, am 20.04.2006, ca. 800 der 1600 Karten im freien Verkauf über zwei Anbieter. Dazu 100 Tenclubtickets für 50 Gewinner aus einer Telefonverlosung. Die war jedoch auf Mitglieder aus dem Vereinigten Königreich beschränkt.

Also am Tag des Vorverkaufs an den Computer gesetzt, sämtliche Freunde ebenfalls und 2 Minuten vor 10 ging's tatsächlich los. Um es kurz zu machen: Ich hatte auf Ticketmaster gesetzt, was sich als falsch erwies. Die verschickten nämlich nur nach Irland und UK. Seetickets war für mich die ganze Zeit über unerreichbar. Frust kam auf. Aber es war klar, dass das kein Spaziergang würde und nicht jeder dabei sein konnte. Dafür war die Nachfrage viel zu groß. Also erstmal weiter gearbeitet, bis ich auf einmal eine SMS von Nicole bekam: "Guck mal in Dein Postfach". Ich zögerte keine Sekunde und rief sofort Mails ab. Darin befand sich eine Mail von Nicole mit der Bestätigung von seetickets über 2 Astoria-Tix. Na toll, will sie mich jetzt neidisch machen? Aber nein, die Mail ging noch weiter: "Eine davon ist für Dich". WOW! Mir standen die Tränen in den Augen. Nicht wegen des Konzertes, nicht weil ich eine Karte zu haben schien. Einfach aus dem Grund weil ich gerührt war, dass Nicole und Sven mir eine von ihren 4 Karten abgeben wollten. Viele Dank Euch beiden nochmal für alles!!!

Der Flug war schnell gebucht, mit Ryanair sollte es ab Lübeck losgehen, 45 Euro hin und zurück sind unschlagbar gewesen. Es war alles zu perfekt um wahr zu sein könnte man sagen. Und tatsächlich kam das dicke Ende noch. Denn irgendwann bekam ich eine Mail von Nicole in der sie erklärte, dass seetickets aus unerfindlichen Gründen eine der beiden Bestellungen storniert hatte. Keine Chance mehr, irgendwas zu retten. Ein herber Rückschlag. Die beiden wollten mir dennoch eine der nun verbliebenen zwei Karten abgeben, aber das war für mich zu viel des Guten. Niemals hätte ich einen von den beiden draußen vorm Astoria stehen lassen und wär selbst reingegangen. Nein, das ging auf keinen Fall. Also haben wir übelegt, was wir machen können. Wieviel war es uns wert, das Konzert zu sehen? Klar war das eine einmalige Gelegenheit, aber irgendwo sind auch für mich Grenzen. Wenn es für einen guten Zweck ist meinetwegen, aber einem Schwarzhändler wollte ich auf keinen Fall ne Menge Kohle überlassen. Also zog ich meine Grenze bei 100 Euro. Es war klar, dass man für den Preis bei ebay nichts kriegen würde. Die Preise lagen längst bei 300 Pfund aufwärts.

Ich will Euch nicht langweilen, letztendlich haben wir es dank Nicoles Engagement geschafft, dass wir noch zwei Karten bekommen haben und mein Limit gerade noch eingehalten wurde. Auch hierfür nochmal Danke an Nicole! Einziges Manko war, dass wir bis zum Ende zittern mussten, ob es klappt, denn den Überbringer der Tickets sollten wir erst in London treffen.

Zurück zur Anreise, am 19.04. fuhr ich abends zu meinen Eltern nach Lübeck, wo kurz darauf auch Stefan und Marko eintrudelten, denen ich einen Schlafplatz angeboten hatte. Die beiden hatten wie einige andere aus dem Forum auf den fußlahmen Gaul worldticketservice (kein Link, da Verbrecher) gesetzt, und waren noch nervöser als ich, ob das mit den Tickets klappt. Nach ein, zwei Schlummifix-Bierchen ging ich zu Bett und versuchte zu schlafen, was auch einigermaßen gelang. Um 6.20 Uhr klingelte der Wecker, nach Dusche und Frühstück ging's auf zum Flughafen Lübeck, wo wir gleich am Check-In auf Nicole, Sven und seine Schwester Britta trafen. In dem Abfertigungszelt saßen Nicole und Kai aus Hamburg, so dass wir von nun an schon zu acht waren. Der Flug hat prima geklappt und als ich in Stansted mein Handy anschaltete kam gleich eine SMS von Dennis, in der er mitteilte, dass die aus Weeze angereisten (Dennis, Josip, Marco, Sascha und Frank) ebenfalls gut gelandet waren. Weiter ging's Richtung London für einige per Zug, der Rest nahm den Bus.

Der Tag vor dem Astoria war geprägt von Unsicherheit, ob mit den Tickets alles klappen würde. "Dave" von Worldticketservice würde nicht kommen, so viel war schnell klar. Ein Teil schlug deshalb auf dem Schwarzmarkt zu, 4 Leute blieben aber standhaft (auch sie kamen am Ende aber rein). Am Nachmittag trafen noch Mathias und Gitte aus Leipzig ein, Kossi und Emschi aus dem Forum trafen wir (samt Begleitung) auch noch kurz. Gegen 17 Uhr stellten wir uns in die Schlange vorm Astoria, immer noch ohne Ticket in der Hand. Das kam dann aber just nachdem die Tür geöffnet wurde, gegen 19 Uhr betraten wir also das Astoria, Jacke und Rucksack schnell an der Garderobe abgegeben und dann die Treppen hoch in den Saal. Ui, gemütlich, eng, das versprach lustig zu werden. Nicole, Sven und Britta stürmten gleich in die zweite Reihe, ich blieb erstmal mit Dennis und den anderen vorm Mischpult stehen, wo ein kleines Podest einen herrlichen Überblick versprach.

Um 20.05 war es dann soweit. Jubel brach los, das Licht ging aus und Pearl Jam betraten die Bühne. Sofort ging's mit World Wide Suicide los und der Jubel kannte keine Grenzen. Ich hielt es dort hinten nicht aus und arbeitete mich durch die Menge nach vorne. Hey, das war was anderes als die bestuhlten Konzerte, die ich in 2003 und 2005 erlebt habe. Hier roch es nach Schweiß, Körper rieben sich aneinander im Takt der Musik. Erinnerungen an Hamburg 2000 wurden bei mir wach. Pearl Jam back in Europe! Und wie! Mit neuen Songs im Gepäck, von denen Life Wasted, Severed Hand, Unemployable und Gone auch gleich die nächsten Tracks im Set darstellten. Live funktionieren die neuen Stücke sehr gut, wenn auch bei diesem Konzert noch nicht jeder Song seinen richtigen Platz gefunden hatte. Aber dafür war es halt auch ein Promo-Gig. Gone zum Beispiel hätte ich mir an etwas ruhiger Stelle gewünscht. Dann kommt dieser Titel bestimmt noch besser zur Geltung. Schon in den ersten Minuten des Gigs stellte sich heraus, dass die Band heiß war und sich freute, dem Studio entflohen zu sein und das neue Material endlich auch live spielen zu können. An Severed Hand und Life Wasted werden wir noch viel Freude haben, die haben das Zeug zum Klassiker.

Danach die Ankündigung von Ed, beim nächsten Song sei viel Mike McCready zu hören. Es folgte Even Flow und nun kannte der Mob kein Halten mehr. Ich war inzwischen ungefähr in der fünften Reihe angekommen und hier wurde die Luft jetzt richtig dick. Mike gab, wie den Rest des Konzertes auch, mal wieder alles und verwöhnte uns mit einem genialen Solo. Mit Sad und I Am Mine gab's daraufhin zwei Lieder der Marke "persönliche Lieblinge" und Insignificance war stark wie immer. Das kannten die meisten auch noch aus 2000. Um mich herum alles am singen und tanzen, Marko und Stefan waren mit nach vorne gekommen und ich blickte mich immer mal wieder um, überall fröhliche Gesichter. Nächster Song der neuen CD war Army Reserve und auch er konnte live den guten Eindruck vom Album untermalen. Muss ich zum nachfolgenden Present Tense noch etwas sagen? Wer den Song schon mal live hören durfte wird wissen, dass das eigentlich nie ohne Gänsehaut abgeht. So auch diesmal. Bei Better Man zeigte das Astoria dann endgültig, was in ihm steckte. Ed begann zwar zu singen, musste aber bald einsehen, dass das Auditorium auch großen Mitteilungsbedarf hatte und einfach lauter war. Sichtlich berührt beschränkte er sich also aufs Gitarrespielen und dankte während und nach dem Song für die tatkräftige Unterstützung. Kurze Zeit später begab ich mich dann wieder zum Mischpult zurück (man ist ja keine 20 mehr) und zelebrierte dort mit Dennis und Co. das geilste Do The Evolution, das ich je gehört habe. Junge Junge, das ging ab. Dennis rief noch kurz "Corduroooooyyyy", als die ersten Töne von Why Go den Raum erfüllten. Moment mal, Why Go? Da war doch was? Stimmt, war auf der Ten und im letzten Jahrzent kaum noch live gespielt. Warum eigentlich nicht? Der Song kam so frisch und erfrischend rüber, als sei er grad erst der Feder der Band entsprungen. Unheimlich gut. Nach 70 Minuten ging's in die Zugabe.

Zu meiner persönlichen Freude folgte dann Man Of The Hour, den Song hatte ich immer noch vom Konzert in Kitchener letztes Jahr im Ohr. Hier im Astoria kam der Song nicht ganz so gut zur Geltung, wahrscheinlich weil die Stimmung eher aufgekratzt war als ruhig und besinnlich. Dennoch wieder ein toller Moment. Es folgten aus der Greatest Hits Abteilung Given To Fly, Small Town und Porch, welches wie in den guten alten Zeiten abging. Schon war Zeit für die nächste kleine Pause und vor Eröffnung des nächsten Songs meinte Eddie, dass er diesen Song zum Schluss spielen müsste, da seine Stimme danach nicht mehr lange durchhalten würde. Es folgte mit Comatose der Punkrocker des neuen Albums. Energiegeladen, aggressiv. Die einzige Coverversion, Leavin Here, leutete das Ende des Konzertes ein. Normalerweise kommt hiernach nicht mehr viel, Yellow Ledbetter und Schluss. So schien es dann auch zu sein, das Licht ging an und Mike stieg in eben diesen fantastischen Song ein. Am Ende streute er "Nobodys Fault But Mine" von Led Zeppelin ein, was auch seinen Grund hatte, denn nach dem Konzert erkannten wir auf dem Balkon Robert Plant, der das Konzert ebenfalls genossen zu haben schien. Nachdem der letzte Ton aus Mikes Strat verklungen war, verstand man sein eigenes Wort nicht mehr. Die Band stand überwältig auf der Bühne und verabschiedete sich, 3.200 Hände streckten sich gen Decke und Pfeiffen, Trampeln und Schreien erfüllte den Raum. Nach einiger Zeit verließ Stone die Bühne, Eddie blickte sich zu den anderen um und sie beschlossen, doch noch einen weiteren Song zu spielen. Eddie lief Stone hinterher, holte ihn wieder zurück. Der griff auch gleich zur Gitarre und spielte ansatzlos ein uns bestens bekanntes Riff. Was nun kam war der Hammer. Ich habe wirklich schon sehr sehr geile Versionen von Alive gehört, aber diese würde ich ohne zu Zögern auf Nummer 1 setzen. Matt war die ganze Zeit am lachen und grinsen, dem Rest der Band ging es ähnlich. Ausgedehntes Solo, natürlich zum Teil mal wieder hinter dem Kopf gespielt (alter Poser). Das perfekte Ende für einen perfekten Clubgig.

Nach dem Konzert standen wir erst regungslos da, wurden dann aber ziemlich schnell vom Astoria-Personal rausgescheucht, da die die Hütte für die nachfolgende Schwulenparty aufbereiten mussten. Also Rucksack abgeholt und nach draußen gegangen. Stefan versorgte Dennis und mich mit Wasser aus dem nächsten Supermarkt, Junge, tat das gut. Als wir uns dann wieder versammelt hatten, beschlossen die Obdachlosen unter uns, doch lieber gleich zum Flughafen zu fahren und dort die Nacht zu verbringen. Also noch schnell ein paar Dosen Bier gekauft und uns per Bus auf den Weg nach Stansted gemacht, wo wir auf den Fliesen der Abfertigungshalle den Tag Revue passieren ließen. Die Flüge zurück nach Weeze bzw. Lübeck verliefen auch ohne Probleme, nur der Schlaf fehlte, aber das war Nebensache. - Vielen Dank nochmal allen, die diesen Tag so besonders gemacht haben. Insbesondere natürlich Nicole und Sven.

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