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Pearl Jam Konzert- Buffalo 02. Mai 2003

Norfolk, VA- 2 Mai, 6 Uhr früh.

Sau müde und mit einem breiten Grinsen begebe ich mich Richtung Security Office von meinen College. Der Wagen steht bereit, der Officer sitzt hinter dem Lenkrad, es kann losgehen!!!! Am Flughafen angekommen und die 11. September Sicherheitsvorkehrungen ( Schuhe und Socken ausziehen, Gürtel ausziehen usw.) überwunden, fliege ich von Norfolk, VA nach Baltimore. Nach einem gemütlichen Frühstück, nehme ich den Anschluss nach BUFFALO!!!

Buffalo, NY-2 Mai, 12 Uhr Mittag.

Wer sich jetzt denkt, super es ist Mittag und der Gig fängt erst um halb acht an und da ist ja noch massig Zeit, der irrt. Wenigstens wenn man Geld sparen will und nicht mit dem Taxi fahren will. Ich gehe zur Bushaltestelle, die ausnahmsweise direkt neben dem Ausgang ist, und schaue auf den Fahrplan. Nächster Bus: in 1 ½ Stunden!!!! 6 Kippen weniger und nach einem Sandwich und ner Cola, kommt der Bus angerollt. Einmal downtown bitte-macht $1.45. Wer wirklich die Menschen von Amerika kennen lernen will, der soll Bus fahren. Kein Fernseher und kein Urlaub nach Miami kann sowas bieten. Jedenfalls sieht man dort nicht wie der normale/arme Amerikaner sein dürftiges Dasein fristet. Der Bus fährt durch ein endloses Armen/Arbeiterviertel, die sich am Rande der Innenstadt befinden. Schwarze, Weiße, sogar ein Mann aus Equador sitzen in dem Bus und unterhalten sich. Ein Schwarzer unterhält sich ganz locker mit dem Busfahrer wie viel Marihuana er ihm heute verkaufen soll und zu welchem Preis. Keinen stört's, keiner ist überrascht. Einer berichtet wie sein Neffe mit ihm zum Baseball gehen wollte, doch er passen musste, da er mit ner Knarre und Dope rumlief. Ich bin froh das ich nicht das Taxi genommen hab. Durch so eine Busfahrt erlebt man was von der Welt. Ich war fasziniert wie das soziale Milieu seine Geschichten selber schreibt. Ohne TV und ohne Klischees. Rechts und links huschen zerfallene und zu tiefst heruntergekommene Häuser vorbei. Fast alle Fenster sind vergittert und Fassaden bröckeln ab. An jeder 2 Ecke sind Grafities, und meist steht einfach R.I.P.. John, Colly, Rob, Jessy usw. da Einige Häuser haben gar keine Wände mehr. Es ist nicht gefährlich. Aber anders wird mir dabei schon.

Ich bin in einem Vorort einer einigermaßen großen Stadt, der sich in dem Land befindet, das angeblich den höchsten Lebensstandart der Welt hat. Spätestens da muss sich jeder fragen was hier eigentlich vor sich geht. Die Reichen wollen gar nicht sehen das so was existiert. Sie leben in ihrer sauberen Nachbarschaft und klammern den Grossteil der Gesellschaft aus. Ein weiser Mann, der bei General Motors(GM) als Mechaniker arbeitet, sagt zu mir als der Bus zunehmend leerer wird, was sollen wir machen?, wir müssen tun was wir tun müssen. Sehr viel Zuversicht ist nicht in seinen Augen. Wir kamen ins Gespräch, als ich mir Notizen machte für den Bericht, den ich hier tippe. Er war sehr interessiert und erstaunt, dass ich so was schreiben wollte.

Nachdem er ausgestiegen ist und Richtung Arbeit stapft, lese ich ironischer Weise die New York Times(NYT): "Bush presents new tax cuts." Die US Wirtschaft geht seit 3 Jahren bergab. Gut zum Teil, weil's sich ausgeboomt hat. Aber dann lese ich das. Sogar die NYT wettert gegen Bush, er begünstige die Reichen. Bei der nächsten Steuersenkungen profitieren wieder mal die Besserverdienenden. Wer unter $10 000 im Jahr verdient, bekommt im Schnitt- Achtung IM SCHNITT: $ 1FUCKING US DOLLAR! mehr! Gut die Armen oder die niedrigeren sozialen Schichten haben auch nicht sonderlich große steuerliche Belastungen, aber im Vergleich zu einem der $1Million verdient, der nach diesen Steuersenkungen sage und schreibe $90 000 mehr in der Tasche hat, ist das Volksverarschung.

Sauer und ohne ein komisches Gefühl mehr zu haben steige ich aus und gehe zu meiner Jugendherberge. Viel Zeit blieb nach dem 1 1/2stündigen Warten am Flughafen nicht mehr. Ich wollte mindestens 3 Stunden vorher bei der Halle sein. Nach dem einchecken kundschafte ich die Innenstadt aus. Banken dominieren und Hochhäuser. Nach einem relativ späten Mittagessen mach ich mich zu Fuß auf den Weg zur Halle.

Als ich ankam bot sich mir ein zu erwartendes Bild. Es war 4 Uhr und um halb acht sollte der Gig starten. Eine Schlage ist dort, nicht zu fassen. Wo doch die Karten reserviert sind. Ich sehe einen Deutschen. Zumindest hat er eine Bundeswehrjacke an. Als sich herausstellt, das er die von nem Kumpel aus Wiesbaden hat, stell ich mich ganz hinten an. 2 Stunden später und endlich mit meinen Karten stell ich mich gleich in die andere Reihe um in die Arena zu kommen. Eine weitere halbe Stunde vergeht. Endlich macht die Security auf! Endlich bin ich drinnen! Menschenmassen strömen rein, Euphorie macht sich breit, es wird rumgeschrien, ein echter Wahnsinn. Als sich die erste Flut legt, erkenne ich den ersten Fan Shop. Sofort kaufe ich das Tour Shirt. Es gibt 2 Ausgaben. Das klassische Schwarze mit den beiden Skeletten drauf. In gold und hinten die Tourdaten. Das andere ist weiß und hatte eine Vogelscheuche vorne drauf und hinten einen Raaben, beide Schwarz. Ein Rotes Kreuz ist noch in der Mitte platziert. Ich entscheide mich für das schwarze. Das Weiße gefällt mir weniger. Ein Highlight ist eine Mütze. Sie ist schwarz und oben ist die goldene Krone von den Skeletten drauf, dem Motiv dieser Tour. Sie gehen weg wie die warmen Semmeln. Natürlich gibt es noch andere Artikel, aber ein Student hat nun mal kein Geld.

Ich gebe es nur ungern zu aber ich muss mich mit 3 Budweiser zufrieden geben. Bier, in dem Sinne gibt es nicht. Während ich gemütlich meine Biere trinke, geschieht eine eher absurde Szene. Ein Schwuler bietet mir seine Dienste an. Er würde in Reihe 35 sein, falls ich Lust hätte. Er ist voll aufdringlich. Ich sag ihn er soll sich verpissen. Perverse, die ihren Kick durch so was suchen, indem sie Leute bei Veranstaltungen treffen haben für mich einen Schaden. Sauer zieht er ab.

Ich trink mein Bier Nummer 3 aus und betrete den Innenraum. Da ich beim Ten Club bin, hab ich ne Innenraumkarte. Das blöde is ja das alles bestuhlt ist. Als ich meinen Platz erreiche, kam mir schon der erste Geruch von Grass entgegen. Ich hab nen ziemlich guten Platz und zu meiner Freude stehen alle. Kein Schimmer von gepflegten Zusammensitzen. Geil!!! Ein überdimensionales Sparta Leintuch hängt als Hintergrundbild auf der Bühne. Dämmriges Licht und eine wunderschoen beleuchtete Bühne. Zudem eine Riesenhalle. Ich blicke nach oben und sehe die 3 verschiedenen Zuschauerränge. Die Halle hat sich noch nicht so gefüllt. Trotzdem krieg ich eine Gänsehaut-GEIL !!!!!!! EINFACH GEIL!!!!!!! Ich hab es geschafft, ich bin in der Halle!

Ich unterhalte mich eine Weile mit den Leuten um mich herum. Interessanter Weise stelle ich fest das viele verschiedene Alters und Gesellschaftsgruppen unter dem Publikum sind. Alte und Junge, Schwarze, Weiße, Arme, normal etablierte Ehepaare, die sich einen schönen Abend machen, aber auch Punks und 50 jährige "Hippie-Alt Rocker". Dies zeugt doch, dass Pearl Jam nach wie vor Massen anlockt, egal welchen Ursprungs. Plötzlich taucht Eddie auf!! Die Crew baut noch die letzten Sachen für Sparta auf, aber Eddie lässt es sich nicht nehmen und begrüßt die Fans. Auf einen Schlag steht das Publikum und das Kreischen und Jubeln erfüllt die Halle. Er spielt ein Lied mit seiner Gitarre und verlässt unter Eddie Eddie Rufen wieder die Bühne. Die Vorband Sparta betritt die Bühne. Viele Fans bleiben stehen, aber der Grossteil bliebt sitzen, geht aufs Klo oder holt sich noch ein "Bier"(Budweiser- bitte bestätigt mir meine These das Bud kein Bier is!!). Ich setze mich wieder und musste erst mal verarbeiten das Eddie einfach so rausgekommen ist, uns begrüßt hat, ein Lied gesungen hat und einzelne Leute in der ersten Reihe die Hände geschüttelt hat. Sparta ist gut, aber zu einheitlich. Nur schnelle und monotone Lieder. Fast keine Melodik. Nach einer knappen halben Stunde verlassen sie die Bühne. Lustig ist, wie der Sänger bemerkt, dass die Band zwar von Texas sei, es aber außer Bush und seinen Kumpanen auch noch normale Menschen dort leben. Danach folgt der obligatorische Umbau und das Pearl Jam Equipment wird aufgebaut. Ich nutze die Zeit um mir noch n Bier zu holen und das Klo zu checken. Als ich zurück komme, war die Stimmung schon ziemlich gut. Die Ränge füllen sich und die Technik steht. Alles bereit, aber Pearl Jam lässt sich wie immer etwas Zeit.

Auf einmal tut sich was am Aufgang und ganz langsam betreten Eddie, Stone, Jeff und Mike die Bühne. Matt klettert von hinten drauf und als alle fertig waren kam Boom. Dadurch das ihre Bewegungen alle ganz langsam waren, wechselt die laute, euphorische Stimmung in leise, angespannte Atmosphäre. Eddie wandert die Bühne entlang und auf einmal setzt Boom ein!- Love Boat Captain!!!!! Auf einen Schlag ist die "Andacht" weg und die Stimmung ist wieder da. Wie immer singen alle gleich mit und als LBC vorbei ist, habe ich das Gefühl, das es eine verdammt gute Show werden wird. Die große Hintergrundleinwand ist neu. Die Farben brechen sich, wie bei den Kinderbildern, bei denen eine Plastikschicht drauf ist und je nachdem in welchem Winkel man das Bild hält verändert sich das Bild. Wie eine Art Daumenkino. Die Leinwand ist jetzt plastischer. Viel Zeit um überlegen bleibt nicht. Brain of J. kommt. Es hält keinen mehr an den dämlichen Klappsitzen. Jeder rockt ab und die Gänge füllen sich. Die Security hält die Not Wege frei, aber alle anderen Gänge sind jetzt voll. Ich werde jetzt nicht jeden Song aufzählen, d.h. aber nicht das er schlecht oder langweilig war. Ich weis nicht wie es den anderen Fans ging, aber ich bin in einer Art Trance. Ich nehme meine Nachbarn nicht mehr wahr. Ich denke bei mir staut sich immer alles auf. Ich sehe Pearl Jam nicht so oft und dann kommen die ganzen Emotionen auf einmal raus. Das macht es wahrscheinlich so krass.

Ich kann es nicht glauben dass die Jungs einfach dort auf der Bühne stehen. Ich singe jedes Lied mit, wie eigentlich jeder. Save You ist so richtig geil. Glücklich bin ich über Faithfull, dass sie den Song wiederentdeckt haben, Spitze! Dann kommt Deep. Die Halle tobt. Wunderschön ist Given to Fly. Eddie hat das Lied mit Gesten unterstützt. Er ahmt die Friedenstaube nach, er ist generell gut drauf und animiert Leute zum mitsingen. Nach der Textzeile: oh, oh, oh... he's flying, whole!high! wide! oh... " vor dem Text mit :he floated back down cause he wanted to share" macht er eine 3/4 Drehung um die eigene Körperachse und lässt sich nach hinten fallen. Er dreht sich vom Mikro praktisch nach hinten weg, was zum Instrumental Part unheimlich gut passte. Eddie ist in seinem Element! Bei der Textstelle: by faceless men, well fuckers...he still stands" Kommt das obligatorische double Fuck You!

Einmalig ist Wishlist. Ich denke mir das werden sie bei den anderen Gigs auch gemacht haben, aber dennoch super. Eine Discokugel wird über die Buhne von oben heruntergelassen. Die ganze Halle und die Bühne werden mit weißlichen Lichtfetzen bedeckt, die von der Discokugel reflektiert werden , zudem dreht sich die Kugel. Ich bin sowieso schon so hin und weg, doch nun wird mir auch schwindlig. Diese Lichtfetzen kommen und gehen. Ich richte meinen Blick auf Eddie, um nicht umzukippen. Suche einen Fixpunkt. Er steht da, umklammert das Mikro, und ist in das Lied versunken. Wunderschoener Anblick!! Am Ende singt Eddie : sometimes I wish that I was Mike, sometime I wish that I was Boom!! So geil!! Schon jetzt fällt mir auf das unsere Jungs nicht nur einfach die Lieder spielen, aber auch viel improvisiert und viele Solos eingebaut werden. Dies ist z.B. bei Wishlist der Fall. Was bei den Bootlegs ja nicht so rüberkommt ist, dass praktisch die ganze Halle immer mitsingt. Persönlich bin ich froh das sie Green Disease gespielt haben. Das emotionalste Lied war Black. So oft gehört, aber immer wieder schön und berührend. Eddie ist selber emotional mitgenommen Wie in Trance steht er auf der Bühne. Nach Go scheint das "offizielle" Konzert zu ende zu sein.

Es folgen viele Cover Versionen. Der Free Jazz war lustig. Nach der kurzen Pause postieren sich Ed, Stone, Mike und Jeff vor Matt und spielen eine wirklich kurze, gewagte Improvisation. Ich weis nicht ob das der Free jazz is, den ich jetzt erwähnt habe, ich muss mir erst das Bootleg bestellen. Bei Betterman meint Eddie die Fans sollen das Lied singen. Dies geschieht auch am Anfang, aber nach einer Weile steigt Ed mit ein und alle singen das Lied zuende. Crazy Mary ist live einfach am geilsten. Jeder singt mit, genauso wie bei Alive und Driven to Tears. Do the Evolution ist auch wieder klasse. Die Lichter sind bei jedem Song gut ausgewählt, so auch bei DTE. Als die Stelle: there's my church, i sing in the choir hallelujah... hallelujah... Wird die Szene in blutrot getaucht. Lustig ist die Szene als Ed nach der 2. Pause wieder rauskommt und meine es gibt da so was das nennt sich curfew, in Hallen wie dieser muss man eine saftige Geldstrafe bezahlen wenn man überzieht. Die Fans reagieren mit Buh Rufen. Dann meint er, der Grund aber, warum er so seelenruhig dastehe ist, weil er grad mit den Jungs hinter der Bühne geredet hat und Mike muss oder viel mehr will zahlen. Nach dem allgemeinen Lachen, tönen Mike Mike!! Rufe durch die Halle.

Ed kommt wieder mit einer Bill Gates Maske!! Wie schon mit der Bush Maske, tut er sie auf einen Ständer und schaut sich grinsend die Maske an. Dann meint er, wie klein Gates doch eigentlich ist genau wie sein Penis. Da kann Bill Gates ja nix dafür, weil der Mikroständer halt nicht so groß ist. Aber trotzdem saugeile Aktion. Die Maske hat auch keine Brille, da meint Ed: Oh! Er hat jetzt Kontaktlinsen. Schließlich singt er auf seiner Ukulele Soon Forget. Bevor er singt, nennt der den Namen seiner Ukulele. Ich verstehe nicht wie sie heißt, aber er klingt aber so ähnlich wie Buhh. Alle rufen den Namen, aber es klingt wie gesagt nach Buh Rufen. Eddie meinte dann grinsend warum man seine Uke ausbuht. Weil sie schwarz/weiß ist und nicht rot, blau, weiß?.. Danach kommt für mich der Hammer des Abends. SMILE!!!!! So lange nicht gehört und doch so ein geiler Song. Sonic Reducer und People Have The Power sind super!! Ich war froh bei nem Gig zu sein, der auch seltene Lieder hat. Nach der dritten Pause, jeder dachte schon es ist aus, kommen sie doch wieder auf die Bühne und Eddie meint, dass ihm Mike leid tue, aber jetzt spielen sie doch noch ein paar Lieder. Zwei folgen und bei Baba O'Riley bin ich so froh das ich auch mal "don't cry, don't brace your eye it's only teenage wasteland" live mitsingen durfte! Beim letzten Lied Yellow Ledbetter gehen die Lichter an. Alle singen das Lied zuende und als die letzten Toene verhallen, bedankt sich Ed bei den Fans und die Jungs verlassen ziemlich schnell die Bühne.

Matt und Stone waren die ganze Show über sowieso sehr ruhig. Mike und Ed gingen voll ab. Ich war auf der Seite von Mike! Er hat sich immer wieder zu den Fans gewant und Augenkontakt gesucht. Wenn er einen hatte, hat er immer auf die Person gezeigt, das die wusste das sie gemeint ist. Er ist auch rumgerannt auf der Bühne und rumgejumped. Lustig ist auch das beim letzten Song die Crew schon halb das abbauen angefangen hat. Die ganzen Mitarbeiter und wahrscheinlich auch der Manager der Halle sind bestimmt voll sauer, da sie so lang überzogen haben.

Alles in allem hat die Show so gute 3 Stunden gedauert wenn nicht länger. Ich habe keine Uhr dabei. Langsam gehe ich aus der Halle. Die Fan shops haben noch auf aber ich habe schon mein T-shirt. Zusammen mit den Menschenmassen pilgere ich die Main Street hoch, zurück zur Jugendherberge. Es ist kurz nach Mitternacht. Ich fühle Leere in mir. Ich weiß, dass ist absurd, und ich dramatisiere dass nicht. Es ist echt so. Aber wenn man dann alleine wieder von dieser Trance aufwacht und realisiert wie schön der Abend war und aber gleichzeitig weiß, dass es vorbei ist und man wieder länger auf so eine Chance warten muss, stimmt mich dass immer so traurig. Ich finde das ein bisschen blöd von mir, weil ich weiß, dass ich das Glück habe Pearl Jam live zu sehen, aber so sind nun mal meine Emotionen. So ging es mir nach RIP 2000, Berlin, Salzburg usw. Ich will da glaub ich nicht wahr haben das es vorbei ist. Auf der anderen Seite hab ich auch immer so die Angst, es könnte das letzte Konzert sein das ich gerade gesehen habe. Das kann Schwachsinn sein oder auch nicht. Zerstreiten sie sich? Haben sie keine Lust mehr? Stirbt einer? Das geht mir dann alles durch so Kopf. Außerdem fehlt mir dann auch die Energie der Musik. Wenn man 3 Stunden diese Magie und Kraft der Lieder absorbiert und richtig fühlt, verliere ich die Realität und bin in so einer Art Trance wie gesagt. Und wenn dann alles aus ist, stürzt mich das auch wieder in ein kleines Tief. Pearl Jam ist so intensiv , gerade live! Ich entscheide mich noch in ne Bar zu gehen. Es stellt sich heraus dass auch einige PJ Fans da sind. Wir unterhalten uns über die wahnsinns Show und trinken noch was. Um 3 gehe ich dann entgültig zur Jugendherberge.

Am nächsten Morgen stehe ich schon um 8 auf. Ich will den Bus nicht verpassen, da ich sonst nicht rechtzeitig zum Flughafen komme. Um halb 1 geht mein Flieger. Es ist Samstag morgen, ein Bus kommt um 8, einer um 9 und einer um 12. Also warte ich auf den Bus um 9. Es stellt sich heraus das die Busfahrerin nur Aushilfe ist und keinen Plan hat wie die Strecke ist. Zusammen mit Stammfahrgästen gelingt es ihr die Strecke abzufahren. Wieder durch die endlosen zerfallenen Häuser, die Slums. Ich hätte nie gedacht das so was in den USA existiert! Unter den Leuten , die Anweisungen geben, sind auch 2 alte Schwarze. Einer hat eine abgetragene Buffalo Bills Jacke, der andere einen senffarbenen Anzug und einen Gehstock aus Mahagoni. An dem Stock ist ein Ring befestigt. Was das wohl bedeuten mag? Ich habe keine Ahnung. Sie unterhalten sich wer wann geboren ist. Machen Scherze. Einer will nicht zugeben das er 41' geboren ist, weil die beiden alten Schwarzen angeben das sie schon 37' geboren sind. Die Busfahrt verlaufet ruhiger wie gestern. Kein Drogenhandel, weniger Leute im Bus. Am Flughafen angekommen, esse ich erst mal gemütlich, da ich viel zu früh da bin. Als ich zum Terminal gehe, meint einer beim vorbeigehen, gute Show gestern gell? Der Rückflug ist ohne Probleme. Beim Flug nach Norfolk spricht mich eine alte Oma an. Sie ist sehr religiös und ich sollte das auch sein, weil Gott unsere Wege leitet. Ihr Sohn bekommt eine goldene Verdienstmedaille. Er ist Marine Offizier. Und sie hat auch immer zu ihm gesagt, höre auf Gott, dann hilft er dir. Mit ihrem "Segen" verlies ich das Flugzeug und den Flughafen. Der Security Typ hat mich abgeholt und ich war wieder am College angekommen. Back In Reality!!!

Ich hab versucht so gut wie möglich die Reise zu berichten. Falls etwas nicht stimmt, gerade bei den einzelnen Liedern und was Eddie gesagt hat, bitte ich um Verzeihung, ich hab nix mit notiert, wie ich drinnen war. Ich habe versucht wieder zugeben was passiert ist und was Eddie gesagt hat. Und bei 29 Liedern hab ich mir nicht alles merken können. z.B. weis ich nicht mehr wo das irre Solo von Mike und Boom war. Ich denke es war Alive oder Baba O'Riley. Genauso wie ich nicht mehr weiß wie das Lied heißt, das Ed am Anfang gespielt hat. Ich werd mir das Bootleg bestellen und dann diesen Bericht updaten.

(Dank an Abi!!)